HEMA

Letztes Aktualisierung am 14.02.2005  Textüberarbeitung wegen neuer Erkenntnisse.

Weitere Spitzmaschinen aus DDR - Produktion sind die HEMA Modelle. Die HEMA Modelle wurden von Heinrich Heinrich, (hiess wirklich so!) (Leipzig) Markkleeberg hergestellt. Wahrscheinlich war er nur ein kleiner Hersteller, den die HEMA Modelle sind selten zu finden.  Als  Hersteller von Briefwaagen ist die Firma schon zu DDR Zeiten bekannt geworden. Selbige erwiess sich nämlich als Exportschlager, und auch die Spitzmaschinen gingen grösstenteils in den Export. Die Firma wurde irgendwann (1970er Jahre?) in das "VEB Feinwerktechnik Leipzig" eingegliedert, heute ist sie aber wieder in Familienbesitz und sie stellt auch wieder Briefwaagen her:
http://www.buno.de/produkt-550741/HEMA%20Umschalt-Briefwaage.html

Die meisten Baujahre der Spitzmaschinen sind  vom Design oder der verwendeten Materialien her abgeleitet. Die frühen Jahreszahlen basieren auf ein Prospekt und einer Patentschrift. Interessanterweise ist auf dem Originalkarton der Hema 2647 kein Hersteller oder ähnliches genannt.

Wer eine Spitzmaschine sucht, um sie auch zu benutzen, dem sei von einer HEMA leider abgeraten. Denn für die HEMA einen Ersatzfräser zu bekommen ist sehr schwer, wenn nicht unmöglich, denn die Fräser sind 3,7cm lang. Kein anderer Hersteller benutzte diese Länge. Der Fräser von dem 2648 Modell dagegen, ist wieder extrem lang! Mit den 4,7cm langen Fräser wurde sonst nur noch die DAHLE 77 bestückt.
Die HEMA Maschinen zeichneten sich meist durch einige pfiffige Detaillösungen aus: z.B. sind alle Bakelitspänebehälter für eine bessere Haltbarkeit zusätzlich verstrebt. Eine eingesetzte Metallplatte bei den Bakelitmodellen, verhinderte das Ausbrechen bei der Montage mit der Tischklammer. Auch behielten die HEMA´s immer einen Metallzahnkranz der eine lange Lebensdauer des Fräswerkes garantierte.


HEMA  Nr.1  (Produktbezeichnung intern: Nr.2646)

Das bislang älteste Modell scheint diese HEMA zu sein. Leider befindet sich mein Modell in einem erbärmlichen Zustand. Ein grosses Stück vom Bakelit und die Mineneinstellung fehlen. Da das Patent aus dem Jahr 1949 stammt, ist anzunehmen, dass auch die Maschinen in dieser Zeit entstanden sind.
Interessant an dieser Maschine ist, dass die Kurbel und das Fräswerk aus einem Metallstück sind. Sämtliche Bakelit-HEMA´s haben im inneren eine versteckte Metallplatte im Boden, die die Aufnahme für die Tischklemme bildet. Ein ausbrechen der Klemme war damit fast ausgeschlossen.

Hema Logo
HEMA
Steckbrief  "HEMA Nr.1/b"
Hersteller: H.Heinrich, Markkleeberg, DDR
Baujahr: ab ca. 1950
Farbe: schwarz, dunkles rotbraun, extrem selten in rot bekannt
Gewicht: 446g  (Fehlteile!)
Grösse: B=10 H=13 L=11 cm
Material: Bakelit
Wert: 40€ (in rot gute 80 Euro)
Messer: Sehr seltener Zylinderfräser mit 3,7cm Gesamtlänge
Bemerkung: Sehr selten!

HEMA Nr.1b  (spätere Version)

Die Grundform ist mit der vorgenannten identisch, kleine Unterschiede bestehen in den nun grösseren eckigen "Ohren", das Fräswerk ist nun aus Hartplaste und der Metallzahnkranz ist nun etwas vereinfacht. Ach ja, das HEMA Logo steht manchmal auf dem Kopf!

Der Stifteinzug ist ebenfalls vernietet, die Klemmbacken bestehen aus drei Doppelbacken. Durch ziehen des kleinen Metallhebels auf der Oberseite wurde das Fräswerk entriegelt und konnte zwecks Reinigung entnommen werden. Diesen Hebel gibt es an allen HEMA´s, er ist Teil der Patentierung.

Kopfstehendes Logo
HEMA 1b

Altes Werbeprospekt.


Hema Nr.2  (Intern: Nr. 2647)

Die populärste HEMA  stellt dieses Modell dar. Sie ist noch am häufigsten anzutreffen. Vom Vorgänger unterscheidet sie sich in einem schickeren Design und dem neuem geschwungenem Hema Logo.
Die Innereien und die Kurbel sind mit der 1b identisch, kann aber auch mal aus Metall sein.
Eine pfiffige Lösung stellt das Spannfutter dar, es ist nun verschraubt und die Führungsbolzen sind oberhalb angebracht, so dass das Spannfutter nicht so leicht verkanten kann. Auch hat HEMA extra Metallröhren in das Bakelit eingelassen, damit die Führungsbolzen für das Spannfutter, das Bakelit auf Dauer nicht durchreiben!
Trotz ihrer relativen Häufigkeit wird dieses Modell recht teuer gehandelt.

HEMA 2
Steckbrief  "Hema Nr.2"
Hersteller: H.Heinrich, Markkleeberg, DDR
Baujahr: 1960-1970 (???)
Farbe: nur in rotbraun bekannt
Gewicht: 400g
Grösse: B=10 H=13 L=11 cm
Material: Bakelit
Wert: 45€ (und mehr!)
Messer: Sehr seltener Zylinderfräser mit 3,7cm Gesamtlänge
Bemerkung:

Schwachpunkte sind bei der Schublade die oberen beiden Ecken! Häufigste HEMA.


HEMA Nr. 2 b

Auch hier gibt es wieder eine kleine Detailveränderung zum Ursprungsmodell. Bei diesem Modell ist der automatische Stifteinzug angeschraubt statt angenietet. Dieses Phänomen taucht des öfteren auf. Die Frage stellt sich damit, warum hat das nächste Modell wieder ein angenietetes Spannfutter?
Zwei Theorien dazu:
1. Die Hema Nr. 2 und die Nr. 3 wurden zeitgleich produziert, nach einer gewissen Zeit erfolgte die Umstellung auf das geschraubte Spannfutter.
2.  und die meines Erachtens wahrscheinlichere Version ist: Es handelt sich dabei um Exportmodelle!
Natürlich kann ich das auch begründen: Der Kurbelmechanismus ist bei den normalen Modellen einfach schwarz! Bei diesem Modell hingegen ist er in der gleichen Farbe wie der Rest der Maschine! Der Karton hingegen ist dreisprachig gehalten. Es befindet sich kein Herstellerhinweis oder ähnliches auf dem Karton. Nur "Made in Germany". Auch scheint mir das  Baujahr, laut DGN  immerhin erst 1969, recht spät. Wahrscheinlich wurde der Karton erst später, als reiner Exportkarton gedruckt. Aber: Alle Theorie ist grau...


Hema 2648 Nr.3

Dieses Modell besteht nun nicht mehr aus Bakelit. Ob nun dieses Modell oder das Nachfolgende zuerst da war, lässt sich nicht eindeutig sagen. Im allgemeinen war aber Hammerschlag-grün eher da, als Hammerschlag-silber. Bei der Kurbel und dem Fräswerk kehrte man wieder zum robusten Metall zurück. Diese Modell hat sogar eine Nummer bekommen:2648 steht in grossen Zahlen auf dem Plastikspänebehälter. Die geschwungene Form erinnert an die Faber 52/25 die aus der gleichen Epoche stammt. Der eigentliche Fräser ist HEMA untypische 4,7cm lang.
Der Hebel zum Entriegeln des Fräswerkes befindet sich nun im Inneren und ist nach Entnahme des Spänebehälters leicht zugänglich.

 

Steckbrief  "Hema Nr.3"
Hersteller: H.Heinrich, Markkleeberg, DDR
Baujahr: 1970-1975 (???)
Farbe: nur "Hammerschlag" grün mit orangenem Behälter bekannt
Gewicht: 575g
Grösse: B=10 H=13 L=11 cm
Material: Spritzmetall / Plastik
Wert: 25€
Messer: Seltener Zylinderfräser mit 4,7cm Gesamtlänge (ident. Dahle 77)
Bemerkung: Sehr selten, bis jetzt nur dieses eine Exemplar bekannt!

Hema 2648 Nr.3b

Diese Hema hat die gleiche Grundform wie der Vorgänger, die meisten Details stimmen überein. Nur besteht ihr Gehäuse aus Blech! Nicht aus Spritzmetall! Diese Maschine ist noch etwas häufiger zu bekommen als die normale Hema 2648.
Ein Detailunterschied besteht in dem nun angeschraubten, nicht mehr angenieteten Spannfutter. Weiterer Unterschied: Keine durchgehende Bohrung für die Tischklemme mehr.
Auch von diesem Modell ist eine Exportvariante bekannt. Das Modell hatte einen türlisfarbenen Spänebehälter, sowie ein harmonischeres Spannfutter, bei dem die Schrauben zur Befestigung verkleidet waren.

HEMA 2648 Logo
HEMA 2648
Steckbrief  "Hema Nr.3b"
Hersteller: H.Heinrich, Markkleeberg, DDR
Baujahr: 1975-1980 (???)
Farbe: Hammerschlaggrün/orange oder Hammerschlagsilber mit grünem Behälter bekannt
Gewicht: 634g
Grösse: B=10 H=13 L=11 cm
Material: Blech / Plastik
Wert: 20€
Messer: Seltener Zylinderfräser mit 4,7cm Gesamtlänge (ident. Dahle 77)
Bemerkung: 4 Gummifüsse sollten vorhanden sein. Spänebehälter ok?

 Hema Nr.4  (2649)

Das vorerst jüngste Modell von Hema ist diese Plastikausführung. Obwohl sie nicht so alt ist, ist dieses Modell sehr selten. Dabei hat es eine Raffinesse wie keine 2. Maschine! Dreht man die Kurbel links herum, so schiebt sich das Spannfutter automatisch raus und die Klemmbacken öffnen sich! Sehr durchdacht das ganze! Ich habe ´ne Weile gebraucht um das herauszubekommen. Die fehlenden "Ohren" hatten mich stutzig gemacht!
Der Arretierhebel ist bei diesem Modell etwas versteckt und daher leider schlecht zu bedienen.

HEMA Blechschild
HEMA 4
Steckbrief  "Hema Nr.4"
Hersteller: H.Heinrich, Markkleeberg, DDR
Baujahr: 1980-1989 (???)
Farbe: vielen Farben möglich
Gewicht: 400g
Grösse: B=7,5 H=11,5 L=11 cm
Material: Plastik
Wert: 15€
Messer: Sehr seltener Zylinderfräser mit 3,7cm Gesamtlänge
Bemerkung: Spänebehälter ok? Funktioniert der Linksdreh - Mechanismus der Kurbel?

 

 

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