Pantha


Die PANTHA ist ein recht interessantes Stück. Sie arbeitet schon mit einem Zylinderfräser, dieser ist jedoch noch Nadelgelagert, neuere Zylinderfräser rotieren auf einer Achse. Auch beim Fräser selbst wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Der Durchmesser ist immerhin gute 2cm, mit sehr tiefen Schneiden, moderne Fräser haben grad mal 1,3 cm Durchmesser.
Wahrscheinlich ist die Pantha österreichischer Herkunft. Das Baujahr ist schwer zu schätzen. Dieser Typ Fräser, die verwendeten Materialien und die Bauart deuten auf ein geschätztes Baujahr um 1910-20 hin. Allerdings befindet sich unter der Maschine eine aufgemalte, kaum leserliche Zahl "9.40" Stand da: 1940? Es gibt noch eine eingestanzte Nummer am Unterboden: 5172.
Ich habe das gute Stück von einem österreichischen Sammlerkollegen geschenkt bekommen. Allerdings war der Zustand sehr schlecht. Siehe rechtes Bild.

Sicher ist es schön wenn alte Sachen eine Patina haben. Bei diesem Modell entschloss ich mich dennoch zu einer Restauration. Sie sah einfach zu schlimm aus: Verbogene Ohren, Kurbel fehlt, Lack schlimm, Rost hervorragend, Chrom zerfressen und im inneren Mooswuchs! Nach der Grundreinigung war sie um einiges leichter!

Leider habe ich (wie immer) vergessen ein paar Bilder während der Restauration zu machen. Nur soviel: Ich habe sie fünf mal gefillert und geschliffen um die Rostlöcher wenigstens etwas wieder aufzufüllen. Einen Kompromiss musste ich leider eingehen. Da sich der Griff von der Schublade nicht lösen lies, ohne eine grössere Beschädigung zu riskieren, musste ich ihn auch schwarz überlackieren. Ansonsten habe ich sie original lackiert, wie sie wohl einst ausgesehen hat. Die "Ohren" und die Klemmbacken waren tatsächlich schwarz bei der Auslieferung.

Vor kurzem habe ich ein baugleiches Modell gesehen, welches allerdings den Namen "Phönix" trägt! Irgendwie lustig, meine Maschine ist ja auch wie Phönix aus der Asche auferstanden...;-)


Hier seht ihr nun das Endergebnis. Leider fehlt auf den Fotos noch die Kurbel, diese konnte mittlerweile aber durch eine zeitgenössische Kurbel von einer "Apsco Chicago" ersetzt werden. Ich denke so macht sie im Regal doch etwas mehr her. ;-)

Nach der Restauration Rückseite, noch ohne Kurbel

Durch das Rändelrad, oberhalb der roten Markierung kann die Minenlänge eingestellt werden. Um den Fräser aus der Maschine zu bekommen, muss diese Minenlängeneinstellung sogar vorher demontiert werden, sonst passt der Fräsmechanismus nicht durch das Gehäuse.

 
Blick von oben
Steckbrief  "Pantha"
Hersteller: Made in Austria ?
Baujahr: geschätzt um 1910 - 1920
Farbe: schwarz
Gewicht: ohne Kurbel, 675 g
Grösse: L=10,5 (ohne Kurbel)
B=7,5  H=10 cm
Material: Blechgrundkörper, Gusseisenfräswerk
Wert: K. A. Wurde bisher noch nie zum Verkauf angeboten.
Messer: 1 nadelgelagerter Zylinderfräser 4,5 x 2 cm
Tipp:

Kenne bis jetzt nur dieses eine Exemplar, extrem selten.