DDR - Spitzmaschinen
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Die DDR produzierte im Laufe der Zeit in
verschiedenen Werken und unter verschiedenen Namen doch recht zahlreiche
unterschiedliche Modelle. Alle Modelle wurden durchnummeriert, was mir heute als
Sammler das Einordnen der jeweiligen Spitzmaschine wesentlich erleichtert. Dank
einiger Originalbeschreibungen kann ich eine doch ganz detaillierte
History über die DDR Spitzmaschinen abliefern! Trotzdem bleiben viele Details
noch im Dunkeln, gerade bei den Jahreszahlen musste ich viel schätzen. |
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Jiffy / FTE Nun, der Ursprung der FTE Spitzmaschinen dürfte wohl in den Jiffy-Spitzmaschinen liegen. Die Jiffy-Spitzmaschinen waren eine feste Grösse in den 20er/30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Ausführungen und Typenbezeichnungen sind bekannt. Einige dieser Bezeichnungen finden sich auf den späteren FTE Modellen wieder. Die Jiffys wurden von Edwin Löwenthal in Berlin hergestellt. Beim Design handelt es sich meist um typische "Birnen" mit leichten Detail- / Grössenunterschieden. Erwähnt seien hier speziell die Jiffy 100 und die Jiffy 108 B die als Vorbild für die Maschinen FTE 100 und FTE 110 anzusehen sind, und nicht mehr das Birnendesign hatten. Die noch junge DDR übernahm nur zwei Modelle in die eigene Produktion. Die Jiffy 100 wurde zur FTE 100, nicht jedoch ohne eine Überarbeitung zu erfahren. Die Jiffy 108 B wurde dagegen nahezu unverändert zur FTE 110. Angefangen hat dann die "volkseigene" Spitzmaschinenproduktion "Made in GDR" wohl Anfang 1950 mit der FTE Reihe. FTE wurde dabei von VEB FeinTechnik Eisfeld abgeleitet. Es gab zwar schon andere Modelle am Markt, etwa die Avanti/Agra und die HEMA Modelle, diese konnten aber anscheinend den Bedarf nicht decken, so dass das Feintechnikwerk in einer Nebenhalle zur Spitzmaschinenproduktion verdonnert wurde. Diese Nebenproduktionen waren in der DDR durchaus üblich, ein Sprengmittelhersteller durfte z.B. Kinderplastikeisenbahnen bauen, während in einem Braunkohletagebau Plüschtiere zusammengenäht wurden ... |
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FTE / Jiffy 100 |
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Ob diese Maschine noch bei Jiffy oder schon
bei FTE gefertigt wurde lässt sich nicht sagen. Ich besitze noch ein nahezu
identisches Modell, welches allerdings schon ein Vollbakelitgehäuse ohne die
vordere, zusätzlich eingelassene Metallscheibe hat. Dieses Modell hat sogar
einen verblassten JIFFY Schriftzug auf dem metallenem Spänebehälter. |
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100 FTE VEB |
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Die erste sicher zu FTE zuzuordnende Spitzmaschine ist die sehr selten zu findende FTE 100. Sie hat noch keinen automatischen Stifteinzug und ist wesentlich kleiner als die späteren Modelle. Sie ist mit "100 FTE VEB" beschriftet, besteht aus Bakelit und einem Holzpodest. Der Fräsmechanismus ist mit einer Handschraube und zwei Nuten befestigt. Dieses Modell dürfte nicht mehr lange produziert worden sein, da es zu den FTE 110 Modellen keinen Vorteil gab. Sie wurde ersatzlos gestrichen. |
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Jiffy 108 B |
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Die hier gezeigte Jiffy 108 B diente als Baumuster für die FTE 110 Modelle, und wurde nahezu unverändert als FTE 110 produziert. Das hier gezeigte Modell ist ziemlich selten. Die genaue Bauzeit lässt sich noch nicht feststellen. Geht man von dem Zeitgeist aus, dürfte sie wohl in den späten 30er Jahren, sicher aber in den 40er Jahren auf den Markt gekommen sein. |
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VEB FTE 110 (Holzsockel) |
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Die FTE 110 ist wohl die erste
Spitzmaschine der neuen Bauart, die in Serie gegangen ist. Die ersten
Modelle kamen noch auf einem Holzpodest, das nun eine komplette
Durchbohrung für die Klemme hat, daher. Der Kurbelgriff ist noch aus
Holz, der Spitzmechanismus ist mittels drei Schrauben am Bakelitgehäuse
befestigt. |
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VEB FTE 110 "Spannfutter" |
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Und schon wieder ein Mysterium. Hier eine
weitere FTE 110 mit sehr interessantem Spannfutter, durch drehen des grossem
Bakelitrades nach links, öffnen sich die Spannbacken. Diese Version ist sehr
selten, dennoch sind bereits mehrere Modelle bekannt, so das von Eigenbauten
abgesehen werden kann. Was zu diesem Spannfuter geführt hat, oder warum es nur kurz
verwendet wurde, ist schwer zu sagen, spekulativ würde ich davon ausgehen, dass
die Produktion zu aufwendig war. Obendrein ist es anfälliger und nebenbei auch
noch hässlicher... |
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VEB FTE 110 (2. Ausführung mit Bakelitsockel) |
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Gleiche Maschine wie oben, nur mit einem Bakelitpodest. Interessanterweise weist diese Maschine mehr Veränderungen zur Holzsockelausführung auf, als zum Nachfolgemodell 120. Ebenfalls interessant ist, dass es eine ganz spezielle Tischklemme zu diesem Modell gibt. Es ist nicht die typische Rundklemme, sondern eine eckige abgeflachte Ausführung. Ein weiterer Unterschied besteht in einer Überwurfmutter an der Minenverstellung und einem Dreieck mit einer integrierten 1 und der Zahlenfolge 38/272/1101 auf der Kurbel. Dieses Dreieck taucht allerdings nur vereinzelt an den Maschinen auf. Eine Beschriftung, die die Demontage des Spitzmechanismus verdeutlicht, ist nun in das Bakelit mit eingegossen (Siehe rote Kreise). Dieses Detail verschwindet am Nachfolgemodell allerdings genauso schnell wieder, wie die Verstrebungen im Spänefach. |
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FTE Modell 120 |
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Dieses und die drei nachfolgenden Modelle
waren neben der
Asis die populärsten Spitzmaschinen in der DDR. Wobei das FTE Modell 120 am häufigsten
anzutreffen ist. Die Veränderungen zum Vorgänger, der
110, sind nur minimal. Die Griffstücke am Stifteinzug sind etwas grösser, die Schrauben sind nun versenkt und anders angeordnet. Die
Klemmbacken sind abgerundet, der Bakelitfuss hat ein rundes Loch. Der
Spitzmechanismus ist hier mittels Gewinde befestigt, nicht mehr
verschraubt. Der Kurbelgriff besteht jetzt aus Bakelit. Der
Minenlängeneinstellungsstift wurde ebenfalls etwas überarbeitet. Die
Modellbezeichnung steht nun unterhalb des Kreises. |
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FTE Modell 120 (2. Ausführung) |
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Die FTE 120 wurde nun noch einmal leicht verändert. Der Bakelitfuss erhielt zusätzliche Verstrebungen, da es schnell zu Ausbrüchen bei der Befestigung mittels Tischklemme kam. Der Schubladengriff wurde hier gleich aus Bakelit mitgegossen, damit das Alu eingespart werden konnte. Dieses Model hat wieder das Dreieck mit der 1 und der Nummer 11/2103 auf der Kurbel. |
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Bei FTE wurde ab 1964 zeitgleich noch das "Modell 130 Asis"
gebaut. Weiter in der DDR History mit der Asis:
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