Faber - Faber-Castell

Letztes Aktualisierung am 29.09.2012 JOFA 152/15 hinzugefügt

Ich habe mich lange gedrückt über die Faber - Spitzmaschinen zu berichten.  Nicht zuletzt hängt das mit den verwirrenden Zusammenhängen zwischen Faber (A.W.), Faber Castell (FC), Johann Faber (JoFa) und Eberhard Faber (van Dyke) zusammen.

Einen Teil habe ich ja schon bei der Apollo erwähnt. Die Firmengeschichte u.s.w. entnehmen sie bitte der offiziellen Faber-Castell Seite, die sie unter www.Faber-Castell.de finden.
Ich selbst habe aus dem Archiv zahlreiche Fotokopien zum Thema Spitzer bekommen, die bis in das Jahr 1866 zurückreichen. An dieser Stelle möchte ich mich für die gute Zusammenarbeit bedanken! Dank dieser Fotokopien und Korrespondenz mit anderen Faber-Sammlern, ergeben sich die folgenden Jahreszahlen. Wer anderer Meinung ist und dies durch datierte Kopien oder ähnliches Belegen kann, soll sich unbedingt melden! Ich bin immer bereit, neueste Erkenntnisse mit einzubeziehen!
Auf dieser Seite möchte ich mich nur auf die Spitzmaschinen von Faber/Castell konzentrieren. Später soll es noch eine Seite mit den Kleinspitzern von Faber geben.
Anfangen möchte ich mit den Maschinen von A.W. Faber


 

A. W. Faber / JoFa


A.W.Faber 52/1 (auch JoFa 152/1)

A.W. steht im übrigen für Anton Wilhelm, einem Nachfahren des Firmengründers Kaspar Faber. Die erste Spitzmaschine von Faber ist die 52/1 die 1936 auf dem Markt kam. Für ihre Zeit war sie ein fortschrittliches Modell, da sie bereits einen Zylinderfräser und schon einen automatischen Stifteinzug (Selffeeder) hatte. Sie setzte damit nicht mehr auf das sich schnell abnutzende Prinzip der Cutter-Maschinen. Die 52/1 besteht aus schwerem Metall, montiert auf einer Holzplatte. Das "Uhren"-Design sollte für lange Zeit wegweisend sein.

 

Von der 52/1 gibt es zwei Varianten. Ab 1940 liess sich Faber nämlich die gezahnte Klemmbacken patentieren (Kopie liegt mir vor). Ein weiteres Patent wurde auf "doppelte" Klemmbacken  gegeben, wann genau weiss ich allerdings nicht. Soll heissen, die Maschine hat 2 X 3 Klemmbacken, die den Stift auf jeden Fall mittig führen sollten.
Da ab 1941, die bis dahin eigenständige Firma "Johann Faber" (JoFa) wieder in die Hauptfirma eingegliedert wurde, gibt es eine baugleiche Maschine, die als JoFa 152/1 bezeichnet ist, diese war aber mehr für den Export bestimmt und ist selten in Deutschland zu finden. Bis wann die Maschine gebaut wurde ist noch nicht ganz klar.

Steckbrief  "A.W.Faber 52/1"
Hersteller: A.W. Faber / JoFa
Baujahr: 1936-1941 
Farbe: nur schwarz bekannt
Gewicht: 878g
Grösse: B=12,3 H=12,7 L=11,5 cm
Material: ADG-Metall/Holzsockel
Wert: 40€
Messer: Zylinderfräser 4,5 cm
Ersatzfräser: Faber 52/2
Dahle 30 W
Bemerkung: Selten!


A. W. Faber 52/15 alte Version (auch JoFa 152/15) 
Die 52/15 ist ein ziemlich seltenes Modell. Der Produktionszeitraum dürfte ähnlich der 52/1 sein. Bis auf den vergrösserten Spänebehälter und dem damit veränderten Gehäuse, ist sie vollkommen identisch. Mir liegt derzeit nur das Exportmodell von JoFa  als 152/15 vor. Aber bis auf die Typenbezeichnung ist sie identisch mit der Faber 52/15. Auf einem Werbeblatt was mir vorliegt, werden die vorzüge gegenüber der 52/1 so dargestellt: "Derselbe Spitzautomat, jedoch mit vergrössertem Spänebehälter". Die Bezeichnung 52/15 wurde obendrein später ein weiteres mal verwendet. Das gezeigte Modell sollte auch um 1940 herum entstanden sein, da es bereits die  bei der 52/1 erwähnten gezahnten Klemmbacken hat. In meinem Archiv wird dieser Typ zeitgleich mit der 52/1 vorgestellt. Anscheinend war sie kein grosser Verkaufserfolg, so dass es keinen direkten Nachfolger mit "vergrösserten Spänebehälter" mehr gab. Das macht sie natürlich heute um so seltener.
Steckbrief  "A.W.Faber 52/15"
Hersteller: A.W.Faber / JoFa
Baujahr: 1936-1941 (?)
Farbe: nur in schwarz bekannt
Gewicht: 1000g
Grösse: B=15 H=12,7 L=11,7 cm
Material: ADG-Metall/Holzsockel
Wert: 50€
Messer: Zylinderfräser 4,5 cm
Ersatzfräser: Faber 52/2
Dahle 30 W
Bemerkung: Sehr selten.


A. W. Faber 52/12 (auch JoFa 152/12)

Bereits 1941 wird die neue 52/12 vorgestellt. Ihr Design  orientiert sich dabei sehr stark am Vorgänger. Sie kommt ausschliesslich mit sechs Backen daher. Drei gezahnte Klemmbacken, und drei weitere, dünnere Zentrierbacken die dahinter liegen. Auf dem Spannfutter wird Stolz das "D.R.P. angemeldet" erwähnt. Diese Maschine besteht nun komplett aus Bakelit. Der Schriftzug ist nicht extra aufgenietet, sondern gleich ins Bakelit eingelassen. Die 52/12 ist um einiges seltener als die nachfolgende 52/14. Auch als JoFa 152/12 erhältlich.

Steckbrief  "A.W.Faber 52/12"
Hersteller: A.W.Faber / JoFa
Baujahr: 1941 - 1949 (?)
Farbe: nur in schwarz bekannt
Gewicht: 526g
Grösse: B=10,5 H=12,7 L=11,7 cm
Material: Bakelit
Wert: 30€
Messer: Zylinderfräser 4,5 cm
Ersatzfräser: Faber 52/2
Dahle 30 W
Bemerkung: Sehr selten.

A. W. Faber 52/14

Die 52/14 ist nahezu identisch mit der 52/12, ich konnte nur eine andere Fräserhalterung samt Kurbel und Griff feststellen, sowie der Patentschriftzug verschwindet wieder vom Stifteinzug. Der 52/14 sollte eine sehr lange Bauzeit zu Teil werden, 1969 wird sie letztmalig in meinen Faber-Kopien erwähnt. Während dieser Zeit hatte Faber stellenweisse gleichzeitig vier verschiedene Spitzmaschinen im Programm!

Karton Grossansichten: Bild 1 Bild 2
Steckbrief  "A.W.Faber 52/14"
Hersteller: A.W. Faber
Baujahr: 1949-1969 (?)
Farbe: anfangs nur in schwarz
später aber auch "castellgrün"
Gewicht: 568g
Grösse: B=10,5 H=12,7 L=11,7 cm
Material: Bakelit / Pressstoff
Wert: 25€
Messer: Zylinderfräser 4,5 cm
Ersatzfräser: Faber 52/2
Dahle 30 W
Bemerkung:

Noch des öfteren zu haben.




 

A. W. Faber-Castell


A. W. Faber Castell 52/14   "Späte Ausführung"

Dieses Modell unterscheidet sich in einigen Punkten zu dem Basismodell. Zu erst sei das überarbeitete Logo zu erwähnen, welches nun den kompleten A.W.Faber-Castell Schriftzug sowie ein "Made in Germany" enthält. Siehe Bild rechts.
Ein weiterer Unterschied besteht noch beim Spannfutter, welches mit dem der 52/20 identisch ist. Bei dieser Version kommt auch schon der neue ovale Kurbelgriff zur Verwendung.

Steckbrief  "A.W.Faber-Castell 52/14"
Späte Version
Hersteller: A.W. Faber Castell
Baujahr: 1949-1969 (?)
Farbe: diese Version nur in "castellgrün"
Gewicht: 584g
Grösse: B=10,5 H=12,7 L=11,7 cm
Material: Bakelit / Pressstoff
Wert: 25€
Messer: Zylinderfräser 4,5 cm
Ersatzfräser: Faber 52/2
Dahle 30 W
Bemerkung:

Noch des öfteren zu haben.


A. W. Faber Castell 52/20 und 52/20 N

1948/49 wird die neue ste Spitzmaschine, die 52/20 vorgestellt. Anfangs noch in schwarz, wird sie später auch in grünem Schrumpflack und ab ca. 1955 in grüner Hammerschlaglackierung angeboten. BASF entwickelte 1954 das Farbadditiv um Hammerschlaglackierungen zu ermöglichen, daher die Jahreszahlenschätzung. Diese Maschine ist bis heute die bekannteste Maschine, die dank ihrer Robustheit als nahezu unkaputtbar gilt. Die ersten Modelle haben noch ein aufgenietetes Schild, was bei den schwarzen Modellen sogar noch aus Messing ist. Bei den 52/20 N Modellen wurde es in den letzten Produktionsjahren nur noch aufgeklebt.
Grundlegende Unterschiede gibt es zwischen den normalen 52/20 und den N Modellen nicht. Ich konnte nur einen veränderten Kurbelgriff (dieser soll aber auch schon bei den 52/20ern verwendet worden sein) und eine umgestaltete Fräsereinschraubung feststellen. Bei den "N" Modellen verschwand der "Germany" Schriftzug auf der Rückseite.

Steckbrief  "52/20 und 52/20 N"
Hersteller: A.W. Faber Castell
Baujahr: 52/20 in schwarz nur 1948-1954
grüner Schrumpflack 1950- ca. 1955
grüner Hammerschlaglack: 1955-1964
52/20 N (nur H-grün) ca. 1964-1969
Farbe:
Gewicht: 52/20       877g
52/20 N   815g
Grösse: B=11 H=12,5 L=14,5 cm
Material: Aluminium-Spritzguss
Wert: 45€
Messer: Zylinderfräser 4,5 cm
Ersatzfräser: Faber 52/21
Dahle 31 W
Bemerkung:

Noch häufig zu bekommen, es lohnt sich auf ein besseres Exemplar zu warten.


A. W. Faber Castell 52/25  auch 52/25 N

Um 1955 wurde dann auch die 52/25 in die Produktion aufgenommen. Anfangs hatte der Plaste-Spänebehälter noch einen Blauton, der später einem fabertypischen "Castellgrün" wich. Auch von diesem Modell gibt es eine "N" Variante, die sich allerdings nur in einem anderen Kurbelgriff sowie den grünem Spänebehälter unterscheidet. Das Design der Spitzmaschine schlägt völlig aus der Art, unsymmetrisch und doch schick. Auch hier gibt es geklebte und genietete Typenschilder.

Steckbrief  "52/25 und 52/25 N"
Hersteller: A.W.Faber Castell
Baujahr: 52/25 1955-1964 (?)
52/25 N 1964-1969
Farbe: Hammerschlaggrün mit blauem (selten), später grünem Behälter
Gewicht: 52/20 630g
Grösse: B=8,2 H=13,5 L=13 cm
Material: Aluminium-Spritzguss / Plastik
Wert: 20€
Messer: ZF 4cm
Ersatz: Faber 52/26Dahle 32 W
Bemerkung: 4 Gummifüsse sollten vorhanden sein. Spänebehälter ok?

A. W. Faber Castell 52/18

Warum sich Faber zu einer niedrigeren Nummer hinreissen lies, lässt sich heute nur vermuten, da die Maschine einfacher/kleiner gestaltet war, sollte dass wohl auch in der Typenbezeichnung rüberkommen. Die 52/18 ist eine Maschine die nur für dünnere Stifte geeignet ist, sie wurde aus Pressstoff gefertigt. Dieser hat den Nachteil sich im Laufe der Jahre stark zu verfärben. Aus dem ehemaligen Castellgrün (was man sehr gut an der Kurbel sehen kann) wird ein hässlicher Braunton.
Leider hat die 52/18 auch einen kleinen Konstruktionsfehler. Da sich der Spänebehälter nur nach hinten entnehmen lässt, stört die Kurbel. Sitzt der Behälter nicht richtig in der Maschine schleift die Kurbel am Behälter und hinterlässt hässliche Kratzspuren.
Als Variante gibt es die Kurbel auch verchromt.

Steckbrief  "52/18"
Hersteller: A.W.Faber Castell
Baujahr: ca. 1958-1969
Farbe: original Castellgrün
Gewicht: 382g
Grösse: B=7,3 H=11,5 L=10,3 cm
Material: Pressstoff
Wert: 15€
Messer: ZF: 2,9 cm
Ersatz 52/19
Bemerkung: Maschine hat keine Minenlängeneinstellung

 

Faber-Castell


Faber-Castell 52/10

Um 1969/70 muss bei Faber etwas einschneidendes passiert sein. Gab es eine Finanzkrise? Das Spitzmaschinenprogramm wurde komplett überarbeitet. Sämtliche bisher (aufwändig) produzierten Maschinen wurden eingestellt und die Produktion auf Plastik umgestellt. Aber auch beim Design wurde auf quadratisch umgestellt. Eckig war jetzt gross in Mode! Auch die "Ohren" wurden bei den Maschinen angelegt...
FC beschränkte sich nun auf zwei Maschinen, die kleine einfache 52/10 und die grössere 52/15.
Die Konsequenz dieser Plastisierung zeigt sich im Inneren. Die Zahnräder sind sehr anfällig für Zahnausfall.
Am häufigsten ist diese Maschine in Faber-grün anzutreffen, seltener in rot und ganz selten in weiss/schwarz!

Kleine Unterschiede gibt es bei dem Faber Castell Logo, bei dem grünem Modell ist es nur noch aufgedruckt, während es bei den beiden anderen reliefartig in den Spänebehälter eingelassen ist.

Steckbrief  "52/10"

Hersteller:

Faber Castell

Baujahr:

1970 bis wahrscheinlich Anfang der 1990er Jahre

Farben:

grün, selten in rot, orange, gelb, extrem selten in weiss/schwarz!

Gewicht:

286g

Grösse:

B=6 H=10 L=10 cm

Material:

Plastik

Wert:

grün: 15€, andere Farben mehr!

Messer:

ZF 2,9cm
Ersatz: 52/19

Bemerkung:

Maschine hat keine Minenlängeneinstellung



Faber-Castell 52/15

Die 52/15 ist der 52/10 auffallend ähnlich, nur wurde ihr wenigstens ein Metallzahnkranz und eine Minenlängeneinstellung spendiert. Im Gegensatz zur 52/10 wird hier der Behälter vorne entnommen. Mit den beiden Plastikmaschinen sollte vorsichtig gespitzt werden, an/abgebrochene Kurbeln sind keine Seltenheit.

Auch werden diese beiden Maschinen -trotz ihrer langen Bauzeit- kaum auf Ebay angeboten, was für einen hohen Verlustgrad spricht.
Interessant ist, dass diese Maschine noch einmal in einem FC Patent von 1986 auftaucht, in der das spezielle Spannfutter (noch einmal?) patentiert wird.

Steckbrief  "52/15"
Hersteller: Faber Castell
Baujahr: 1970-bis wahrscheinlich Anfang der 1990er Jahre
Farbe: grün oder selten in rot/orange!
Gewicht: 501g
Grösse: B=7 H=11,5 L=11,7 cm
Material: Plastik
Wert: 20€
Messer: ZF 4,5 cm
Ersatz: 52/26
Bemerkung: Vorsichtig spitzen, Kurbeln neigen zum abbrechen!

Faber Castell 181463 und FC 180901

Mit der 52/10 und der 52/15 endet das eigenständige Spitzmaschinenprogramm bei Faber-Castell. Ab spätestens 1995 werden nur noch Gemeinschaftsproduktionen mit Dahle angeboten. Ein Bsp. dafür, ist die FC 181463, eine Grossspitzmaschine, die baugleich als Dahle 166 und Staedtler 50170 angeboten wird. Dahle hat die 166er allerdings schon seit mindestens 1983(!) im Programm. Eine amerikanische Patentschrift aus dem Jahr 1973 (!!!) zeigt diese Maschine bereits in der hier gezeigten Bauform! Diese Maschine ist allerdings nicht mehr bei FC im Angebot.
Ähnlich ist es bei der FC 180901, die der Dahle 155 bis ins Detail ähnelt, sie ist noch auf der offiziellen Webseite von FC vertreten.

Eigentlich Schade, das sich eine solche Traditionsfirma keine eigene Spitzmaschinenherstellung mehr leistet.


 

 

wwwSpitzmaschine.de 2012