Simplicia / CLOU

Letzte Aktualisierung: 18.02.2005 Hinzufügen der Simplicia

Beide Maschinen stammen aus der Idea Maschinenfabrik Leipzig (zeitweilig auch GmbH), aus der auch die seltene aber sehr bekannte Iduna stammt. Während die Iduna für Grossraumbüros gedacht war, waren die Simplica und auch die Clou für den normalen Hausgebrauch bestimmt. Beide Modelle wurden jeweils paralell zur Iduna angeboten. Die Firma existierte bis in die frühen DDR-Zeiten. Während die Iduna-Produktion nach Westberlin verlegt wurde (sie wurde noch bis in die 1960er Jahre bei der Idea-Maschinenfabrik Hans Michaelis KG produziert), dürfte mit dem Umzug nach Berlin das Ende der Clou um 1955 gekommen sein. Hinweise deuten darauf hin, das die Firma später von der Wilhelm Dahle AG übernommen wurde.

Die Iduna und auch die Clou haben stark mit der sogenannten Zinkpest zu kämpfen. Das Metall wird bröselig wie ein Keks. Dieser fatale Umstand hat schon zahlreiche Idunas´s und auch Clou´s ein frühes Ende beschert. Während die Clou mehr optisch darunter leidet, so bedeutet die Zinkpest für die Iduna oft den Tod, da funktionsrelevante Teile einfach zerbröseln.


Simplicia

Die Simplicia taucht um 1923 erstmalig in Werbeanzeigen auf. Sie kostete damals vergleichsweise günstige 12,- Reichsmark. Sie ähnelt in den Grundzügen den Avanti-Cuttern und ist vollkommen identisch mit der "Stern" aus der Krauthaus und Co. GmbH., die ebenfalls in Leipzig ansässig war. Wer da von wem abgeschaut hat, lässt sich nicht eindeutig sagen, da die Stern etwa gleichzeitig auf den Markt kam. Die Simplicia ist relativ einfach gestaltet, verfügt aber über eine Minenlängeneinstellung. Der Stift wurde allerdings nur  in einem Klemmmechanismus gesteckt, der sich noch nicht durch rückwärtsdrehen der Kurbel öffnet.
Um 1930 wurde die Simplicia dann von der verbesserten Clou abgelöst. Diese relativ kurze Bauzeit und der sehr hohe Konkurrenzdruck machen diese Maschine heute rar. Halbwegs vernünftige Exemplare zu finden ist schwer. Ein weiteres Problem -wie bei fast allen Cuttern aus dieser Zeit- steht und fällt der Name mit dem Spänebehälter. Fehlt dieser, was ziemlich häufig der Fall ist, so lässt sich diese Maschine nur noch sehr schwer zuordnen.

Steckbrief  "Simplicia"

Hersteller: Idea Maschinenfabrik, Leipzig
Baujahr: ca. 1923 -1930
Farbe: schwarz
Gewicht: 688g
Grösse: H=13,5  B=11 L=10,5 cm
Material: Gussskelett mit Blechanbauteilen
Wert: um 100€
Messer: einteiliger 6-Klingencutter

Clou

Die Clou ist mit eine der aufwändigeren Cutter - Maschinen. Sie hat zwar ein ähnliches Design wie die Avanti aber sie kann durch einige Verbesserungen auftrumpfen. Die Clou löste Anfang der 30er Jahre die Simplicia ab.
Ich besitze zwei verschiedene Modelle. Wobei eine davon in einem seltenem blau lackiert ist. Ich hatte das Glück sie für einen fairen Preis in einem sehr guten Zustand samt Originalkarton und Beschreibung zu erwerben. Sie ist wahrscheinlich eine Nachkriegsproduktion. Leider findet sich an der Maschine keinerlei Hinweise auf das Baujahr. Der Karton ist mit "833/10" und "Hier öffnen!" bestempelt. Die Beschreibung hat eine Druckgenehmigungsnummer von 1954, was sicherlich auch dem Baujahr gleich kommt.
Das 2.Modell scheint das Ältere zu sein und taugt leider nur noch als Ersatzteilspender. Sie wurde wahrscheinlich zu Kriegszeiten hergestellt, was die sehr schlechte Metallqualität erklären würde. Sie zerbröselt regelrecht. Auch die Iduna´s aus dieser Zeit haben mit diesem Problem zu kämpfen.
Die alte Ausführung hatte allerdings noch die seltene Feile an dem Spänebehälter, mit der die Bleistiftmine zusätzlich gefeilt werden konnte. Diese Feile wurde später werksseitig wieder weggelassen. Die entsprechende Textzeile in der Beschreibung wurde dann einfach durchgestrichen.
Beide Clou´s unterscheiden sich in der Höhe des Holzsockels und die älteren Modelle haben goldfarbene Beschriftungen, die neueren gelbe. Eine Clou hat immer einen Holzsockel, was sie schon einmal grundlegend von anderen Cuttern unterscheidet! Auch die Minenlängeneinstellung ist sehr originell gestaltet und garantiert auch ohne Spänebehälter einen hohen Wiedererkennungswert.

Es wurden auch Lizenzen an andere Firmen vergeben. Ich habe noch eine grüne, identische, tschechische Ausführung die unter den Namen "Mephisto" angeboten wurde. Diese stammt aus dem Jahr 1936.

Clou von vorn Rückseite
Clou neuere Ausführung, Top Zustand

Schlechtes Metall Auch der Lack schwindet

Verzogen und zerbröselt...

 "Schwarze" Clou


OVP und Beschreibung

Originalkarton mit Beschreibung

Steckbrief  "CLOU"
Hersteller: IDEA Maschinenfabrik Leipzig
Baujahr: ca.1930 - ca. 1954/55
Farbe: schwarz, selten in blau
Gewicht: blau = 536g
schwarz = 880g trotz Fehlteile!
Grösse: Holzsockel L=12  B=8  H=1 bzw. 2 cm
Maschine: B=8,5  L=9,5 H=11,5 cm
Material: Gusseisen, Blech (Spänebehälter) Holzsockel
Wert: In einem sehr gutem Zustand um die 200€
Messer: 6 Klingen Cutter
Tipp:

Da die Clou in Deutschland so selten nicht ist, sollte man auf eine gute Gelegenheit zu einem fairen Preis warten!
Darauf achten das die Minenverstellung sich verstellen lässt und das der Celluloidaufbau vorhanden ist. Sehr anfällig für die Zinkpest!


 

 

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