Jupiter 1, 2, 2/51 und 2/51 B


Ersatzfräser sind nicht für Geld und gute Worte zu bekommen! Bitte keine Nachfragen mehr diesbzgl.!


Hinweis in eigener Sache:
Alle hier genannten Jahreszahlen beruhen auf Auswertung von alten Patenten, Katalogblätter oder Ähnlichem!
Ich versuche hier nur, das derzeitige Wissen um und über die Jupiter zu sammeln. Dazu ist auch ihre Hilfe gerne willkommen. Als Bsp. sei aber folgendes erwähnt: Lange vor dem auftauchen der Jupiter 2/51 Originalbeschreibung, habe ich das Baujahr dieser Version auf die Jahre ab ca. 1948 geschätzt, nun wie sich dann herausstellte, wurde diese Version ab 1951 produziert. Ich habe also nur 3 Jahre daneben gelegen... Genaue Jahreszahlen der einzelnen Abarten (z. Bsp. des Spänebehälters) dürften aber kaum noch zu ermitteln sein. Selbst in alten Katalogen wurden oft ältere Abbildungen verwandt. Sie müssen mir also eine Toleranz von plusminus 5 Jahren gewähren.


Die Bleistiftschärfmaschinen "Jupiter" im Detail:

Die Jupiter! Ein Meisterstück deutscher Ingenieurskunst. Produziert bei Guhl und Harbeck in Hamburg. Das Urmodell wurde ab ca.1896 gebaut. Die weitaus bekanntere Jupiter 1 dürfte um 1905 auf den Markt gekommen sein. Sie ist dank ihrer langen Bauzeit und ihrer Robustheit noch ziemlich häufig vertreten. Allerdings fehlt meistens der Späneauffangbehälter! Auch Ersatzfräser sind nicht für Geld und gute Worte zu bekommen.  Wenn doch, werden mittlerweile 50 Euro pro neuem Fräser aufgerufen und auch bezahlt!  Sie ist daher nur noch eingeschränkt für den tägllichen Gebrauch nutzbar.

Achten sie beim Kauf einer Jupiter auch auf den Holzgriff, dieser ist ebenfalls überdurchschnittlich oft durch einen anderen ersetzt worden oder fehlt ganz! Interessant dürfte auch sein, zu sehen wie ein Linkshänder die Maschine handhabt...

Auf einem bekannten Auktionshaus werden regelmässig Jupiter angeboten, es lohnt sich daher, ruhig auf ein besseres Modell zu warten. Im allgemeinen liegen die Preise zwischen 100-250 Euro, je nach Zustand, seltene, farbige oder Beschriftungsvarianten auch gern wesentlich mehr.

Die Ur-Jupiter 
Das hier gezeigte Modell  ist die allererste Version  der Jupiter. Diese wurde  am 22.11.1896 unter der Patentnummer 94617 in Deutschland patentiert. Sie wurde wohl recht erfolgreich in diverse Länder exportiert und auch gern kopiert. Sie erwarb sich schnell den Namen eines Bleistiftfressers, da das Fräsrad doch recht grob war, und es noch keine Blockierung bei angespitzen Stift gab. Von dem Modell gibt es einige Varianten, etwa von der Seitenverkleidung, auch vom Stiftschlitten gibt es verschiedene Versionen, an meinem Modell gibt es einen Hebel, der den Stiftschlitten automatisch etwas nach vorn führt. Das Modell hat noch keinen separaten Spänebehälter, so dass die gesamte Maschine über den Papierkorb entleert werden musste. All diese Mängel führten recht bald zu einer völligen Neukonstruktion, der Jupiter 1!
In zeitgenössischen Katalogen wird die Urjupiter noch 1908 zum Verkauf angeboten!
Jupiter

Jupiter 1 G und Jupiter 1

Die Jupiter 1 wurde laut einer Patentschrift die mir vorliegt, am 15. Januar 1905 patentiert und sicher auch kurze Zeit später gebaut. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger hat dieses Modell nun einen Spänebehälter und eine komplett andere Bauform. Es gibt zahlreiche Beschriftungsvarianten.
Diese Jupitermodelle haben einen flachen, aus Gusseisen bestehenden Spänebehälter.
Es sind auch schon einige wenige Varianten (die allerersten Modelle) mit Beschwerungsgewichten (Jupiter 1G) im Inneren bekannt. Diese erkennt man durch eine Bohrung/Schraube oberhalb der Plakette, hinter dem Guhl & Harbeck Schriftzug (Siehe Abbildung)
Sehr selten gibt es auch Maschinen, die für bestimmte Firmen mit eigenen Beschriftungenoder eigenen Plaketten ausgeliefert wurden, bei solchen Modellen fehlt (nicht immer!) der Jupiterschriftzug. Solche Maschinen sind extrem selten.

Auch verschiedene Antriebsräder sind mittlerweile bekannt geworden. Mehr zu solchen Abarten erfahren sie in meiner Jupiterbroschüre (siehe unten).

Jupiter 1

Jupiter 2

Die Jupiter 2 wurde dann am 14.Dezember 1928 patentiert. (Erteilung des Patentes erfolgte allerdings erst am 20.02.1930)
Der gravierendste Unterschied auf dem sich auch die Patentierung bezieht, besteht in der automatischen Schlittenblockierung sobald der Stift gespitzt ist (Funktionsweise siehe weiter unten).
Ein weiterer Unterschied besteht in der Grundform der Maschine. Wenn man sie direkt von vorn anschaut, dann ist der Steg der den Fräser hält, oben nun leicht nach rechts abgekröpft. Es gab noch kleinere Änderungen am Gusskörper, die zum Einbau der Abschaltung notwendig wurden. Auch ist die Spanführung nun etwas länger und einteilig (vorher zweiteilig).

Die älteren Jupiter 2 Modelle haben eine aufgenietete Messingplakette. Der Spänebehälter ist noch immer aus Gusseisen. Es gibt verschiedene Versionen davon, einige sind etwas höher. 
Eine  Jupiter 2 besteht aus ca. 44 verschiedenen Einzelteilen.

Im Laufe der Kriegszeit wurde dann wieder das wertvolle Messing eingespart, die Plakette wurde nur noch aufgedruckt. Maschinen die also noch ein gusseisernes Antriebsrad haben, aber nur noch eine aufgedruckte Plakette sind wahrscheinlich aus der Kriegszeit. Hat ihr Modell schon ein Bakelitantriebsrad, dann handelt es sich um eine Jupiter 2 /51!


Jupiter 2/51

Das wir uns nicht falsch verstehen, diese Maschine ist noch immer mit "Jupiter"2. beschriftet.
1951 kam dann diese Version auf den Markt. Der grösste Unterschied hierbei: Das Antriebsrad ist nun aus Bakelit und hat eine Schrägverzahnung die einen "geräuschloseren Lauf" garantieren soll! Dieses Modell hat entweder einen hohen Gusseisenbehälter, oder wie die letzten Modelle (wohl ab 1955) einen hohen  Plastikbehälter.  Auch an der Beschriftung wurde arg eingespart, statt "Guhl & Harbeck Hamburg" und "Bleistiftschärf-Maschine" befindet sich jetzt nur noch ein "Jupiter 2" Schriftzug auf der Maschine, auch die Pflegehinweise auf der Rückseite wurden komplett weggelassen!

Die Modelle hatten zusätzlich noch eine durchsichtige Plastikverkleidung über den Zahnrädern/Fräser (siehe Foto rechts). Diese fehlt allerdings fast immer! Ich kenne nur sehr wenige Exemplare wo diese noch vorhanden war. Wie sie unschwer auf den beiden Bildern erkennen können, gibt es auch bei den gedruckten Plaketten verschiedene Ausführungen.
Die Maschine wurde dann kurze Zeit später noch ein weiteres mal überarbeitet. Deshalb ist diese Variante mit Bakelitantriebsrad und der alten Achsenbefestigung (siehe Jupiter 2/51 B) sehr selten!

Jupiter 2 b

Jupiter 2/51 B

Dies ist nun die finale Version der Jupiter. Dieses Modell unterscheidet sich zum Vorgänger in einigen Details. Als erstes wäre da die komplett überarbeitete Achsenbefestigung der Gleitstange. Siehe Detailfoto. Statt dem aussen liegendem Arretierblättchen wird die Achse nur noch gekontert. Dies erforderte sogar eine Überarbeitung des Gusskörpers. Ein weiterer Unterschied besteht in dem verlängerten Minenlängeneinstellhebel. Diese Ausführung ist noch relativ häufig anzutreffen. Sie wurde mit hohem Plastikbehälter bis zum Ende der 60er Jahre gebaut! Sehr selten sind -wie hier gezeigt- grüne Varianten!

 


Funktionsweise:

Der Bleistift wird lediglich in den Schlitten gesteckt, dann nach rechts gegen den Schärfkopf geschoben -  dann wird die Kurbel gedreht, wodurch das Schärfmesser mit dem Fräser rotiert und den Stift anspitzt.

Draufsicht

Steckbrief Jupiter 1 / 2 / 2/51
Hersteller: Guhl und Harbeck Hamburg
Baujahr: UrModell          ca.1896 -1908
Modell 1          1905 bis ca.1930
Modell 2          1930 bis ca. 1950
Modell 2/51     1951-1955 (??)
Modell 2/51 B  1955 (??)- 1970
Farbe: schwarz, selten die J2 in grau oder rot, rauhlack dunkelgrün
die 2/51 B auch sehr selten in dunkelgrün, hammerschlaggrün
Gewicht: Jupiter 1: 2930g (Variante ohne Beschwerungsgewichte)
Jupiter 2: 3010g (Spänebehälter grösser)
Jupiter 2/51:  2840g

Leichte Unterschiede ergeben sich noch aus den verschiedenen Spänebehältern (Bakelit, Gusseisen, Grösse)

Grösse: L=35cm B=16,5 H=13,5 cm
Material: Gusseisen, die letzten Modelle Gusseisen + Bakelit
Wert: 150-250€
Seltene Farb- und Beschriftungsvarianten auch gern wesentlich mehr
Messer: 1 Scheibenfräser
Tipp:

Die Jupiter ist sehr robust! Sie kann eigentlich nur durch Fehlteile nicht funktionieren, alles andere hält. Wichtig ist der Spänebehälter, dieser fehlt sehr häufig.


Mehr davon! Jupiterbroschüre: (aktuelle Version 4.0)

Now also in english!!! Click here!

Sollten sie noch mehr Informationen wünschen, dann bestellen sie doch meine Jupiter-Publikation:
Ich habe eine ca. 40-seitige Jupiter Broschüre entworfen. Sie finden darin alle vier Grundmodelle noch ausführlicher als hier vorgestellt und vieles, vieles mehr!

Auszug aus der Jupitermappe

Ab sofort biete ich diese Broschüre nur noch als Downloadfiles im pdf Format an. Der Preis beträgt 7 Euro. 

Nach Zahlungseingang teile ich ihnen 2 Downloadlinks mit. Nachdem sie sich dann die beiden Datein herunter geladen haben, können sie sich die Broschüre selber ausdrucken. Diese ist dann nur für den Privatgebrauch, eine weitere Vervielfältigung oder ein Weiterverkauf ist untersagt.

Auf ebay finden sie mich unter den Namen:

"spitzer-sammler".

 


Hier das Inhaltsverzeichnis: (Anzahl der Seiten)

- Ganzseitige Fotokopie einer alten Werbeanzeige 1
- Einleitung 1
- die Firmengeschichte vom Hersteller Guhl und Harbeck. Zusätzlich eine alte Werbemarke  2
- Vorstellung der Jupiter im Allgemeinen / Funktionsweise 1
- Kopie der Originalbeschreibung der J1 2
- spezielle Vorstellung der J1 mit Beschwerungsgewicht 1
- bildliche Gegenüberstellung der Unterschiede zur bekannteren Jupiter 1 1
  detaillierte Vorstellung der J1 1
- verschiedene Beschriftungsvarianten der J1 2
- Kopie der Patentschrift der J1 2
- Kopien von der Originalbeschreibung der J2 2
- spezielle Seite zur J2 (Unterschiede zur J1 usw.) 1
- Beschriftungsvariante der J2 1
- Kopie der Patentschrift der J2 3
- Kopie der Originalbeschreibung der Jupiter 2/51 1
- spezielle Seite zur J2/51 1
- spezielle Seite zur J2/51 B 1
- Pflegehinweise  1
- Demontage und Reinigungstipps 2
- Fräserwechsel /-justierung 3
- Wertentwicklung / Preise 2
-  verkauften Maschinen! 1
- Zahlreiche ähnliche Modelle 3
- Kopien alter Katalogblätter  (1905-1953) 3
Ersatzbehälter für Jupiter 1 und 2

Ich kann Ihnen einen Kontakt vermitteln, der einen Jupiterbehälter (flache und hohe Variante) professionell nachgiesst, lackiert und auch mit der Goldschrift versieht.  Preis liegt etwa bei 30€
Ersatzfräser sind derzeit nicht für Geld und gute Worte zu bekommen. Wenn, dann werden auf ebay mittlerweile 50€  geboten...




 

 
    Copyright 2000-2014 by SKey